Die Schande von Lüneburg – Nachgedanken zum dritten Prozeßtag Gröning am 23. April 2015 in Lüneburg

Auf Anregung des NDR-Mitarbeiters, welcher mich im März interviewt hatte, fuhr ich am Mittwoch noch einmal nach Lüneburg, um am frühen Morgen des 23. rechtzeitig vor der Ritterakademie auf den Einlaß zu warten. Es waren wesentlich weniger Interessierte dort versammelt, als am 1. Tag, so daß also die Chance hineinzukommen diesmal gegeben war. Doch kaum war ich vor dem Gebäude angelangt, kam ein älterer Polizeioffizier auf mich zu, stellte sich mir vor, sprach mich mit „Guten Morgen Frau Haverbeck“ an und erklärte, daß ich hier Redeverbot hätte.

Das war wahrscheinlich die Folge der völlig unerwarteten und unvorbereiteten eineinhalbstündigen Möglichkeit für Interviews mit der – man darf schon sagen: Weltpresse – am 21., zu der die lange Wartezeit bis zum Einlaß in den Saal, genutzt werden konnte. Die Presse hatte uns sofort ausfindig gemacht und etwa zu fünft gaben wir abwechselnd die gewünschten Auskünfte. Das sollte unter allen Umständen an diesem 3. Verhandlungstag nun verunmöglicht werden.

Es gelang mir also, nach Personenkontrolle, Abgabe aller Utensilien einschließlich Bleistift und Block in den „Gerichtssaal“ zu gelangen. Das was sich dort zeigte, kann wirklich nicht anders bezeichnet werden, als eine billige Schmierenkomödie zur Selbstdarstellung der wenigen Holocaustüberlebenden und der zahlreichen Familienangehörigen dieser Gruppe von Juden. Zusammenfassend ließe sich formulieren: Die Schande von Lüneburg

Diese Schande offenbarte sich für die unterschiedlichen Teilnehmer auf dreierlei Weise.

1. Für die einen ist es der Angeklagte, der um Vergebung bittend und geständig am Massenmord mitgewirkt zu haben damit seinen Kameraden in den Rücken gefallen sei, was diese ihm zum Vorwurf machen. Obgleich sonst kritisch im Umgang mit den Medien, wurde geglaubt, daß er Gaskammern in Betrieb erlebt hat und an deren Beschickung mitgewirkt habe.

2. Eine andere Gruppe hielt es für eine Schande, daß die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck, jetzt allerdings zur NPD-Holocaustexpertin umfunktioniert (was in keiner Weise zutrifft), angesichts dieser leidenden und in bewegenden Worten die Greuel von Auschwitz schildernden Juden, dabei blieb, daß es keinen Holocaust gegeben habe.

3. Und schließlich äußerte sich drittens die Schande von Lüneburg darin, daß die Vertreter des Rechtslebens mit diesem unwürdigen Schauspiel Ansehen und Berufsehre der deutschen Juristen preisgeben.

Am ersten Tag gelangte ich nicht in den Sitzungssaal. Die rede- und antwortstehenden deutschen Freunde wurden zerniert und erhielten einen Platzverweis. Es wurden umständlich die Personalien aufgenommen, Material beschlagnahmt und dann alle einzeln von zwei Polizisten zu ihren jeweiligen Quartieren oder Autos geleitet. Das ergab wiederum interessante Gespräche mit den sehr aufmerksam zuhörenden jungen Polizisten. Am zweiten Tag, Mittwoch, den 22. April, erhielt ich einen Anruf vom NDR mit der Anregung doch noch einmal nach Lüneburg zu kommen und dafür blieb nur der Donnerstag. Das hieß am Mittwochnachmittag sich dort ein Quartier zu suchen und spätestens ab 17.00 Uhr wieder nach Lüneburg zu fahren. Da die Bahn streikte, blieb wieder nur das Auto übrig.

Mein Eindruck bestätigte sich, daß es sich bei dieser Veranstaltung um den Versuch handelt, die Kommandanturbefehle zu widerlegen, indem nun Zeitzeugen, also zu der Zeit in Auschwitz anwesende Personen berichten sollten, daß sie an der Vergasung von Juden in Auschwitz teilgenommen hätten, es sich also tatsächlich um ein Vernichtungs- und nicht um ein Arbeitslager gehandelt habe. Desgleichen wurde an diesem dritten Verhandlungstage für den aufmerksamen Beobachter sehr deutlich, daß der Angeklagte einer „massiven Behandlung“ unterzogen worden war und um des lieben Friedens willen, und vielleicht auch, weil er nach siebzigjähriger Umerziehung glaubte, wie neunzig Prozent der Bevölkerung, – daß das, was hier in Schule, Medien und Fernsehen bis heute nahezu wöchentlich vorgeführt und gepredigt wird, zutreffend ist.

Auf die Frage, ob der Angeklagte Geld abgezweigt habe zu seiner persönlichen Arbeitserleichterung oder zur Bestechung von NS-Funktionären, zur Beschleunigung seines Versetzungsantrages, erfolgte zunächst nur Ratlosigkeit. Der Angeklagte verstand überhaupt nicht, was gemeint war. Der Richter mußte es ihm zweimal in leicht verständlichem Deutsch erklären.

Dann kam die Antwort: „Nein“. Es schwang etwas Verachtung mit und ich fragte mich, ob der Angeklagte nicht inzwischen schon bereute, daß er zugegeben hatte, selber zu reden.

Ich saß in dem vornehmlich aus jüngeren Menschen bestehenden Publikum. Zwei Plätze an meiner linken Seite waren frei und ein nettes junges Paar setzte sich dort hin. Wir kamen ins Gespräch über die Schwierigkeiten von Gedächtnis und Erinnerung, bis eine vor mir sitzende Frau wutentbrannt und, unterstützt von den anderen um mich herum Sitzenden, über den jungen Mann herfiel, um ihn anzuschreien, das ist doch die Holocaust-Leugnerin Haverbeck, wie können sie mit der reden. Und dann brach eine Schimpfkanonade über die beiden herein, bis sie ganz verdattert erklärten, ja wenn das so ist, dann können wir hier nicht sitzen bleiben, aufstanden und weggingen. Zu mir selber hatte von den Chaoten niemand etwas gesagt. Ich blieb auch bei ihnen sitzen, bis ich genug von den dummdreisten Fragen der Advokaten hatte und zu dem Vertreter vom NDR sagte, ich click here würde jetzt nach Hause fahren. Er wollte aber nun noch unbedingt das Interview machen. Da ich vor dem Haus Redeverbot hätte, begaben wir uns etwas abseits, wurden aber diskret beschattet von zwei jungen Antifa-Frauen mit Handy am Ohr, die offenbar die Polizei von unserem Weggang benachrichtigten. Das Interview begann mit der Frage, ob ich nun den Angeklagten für einen Lügner hielte. Das war wieder das gleiche Denken, wie bei der Frage im Interview, ob Hitler, wenn der Holocaust nicht stattgefunden hätte, nun kein Verbrecher sei. Ich versuchte noch einmal zu erklären, daß man einen Menschen nicht auf dergleichen festnageln könne. Mir täte der Angeklagte wirklich leid. Die Ankläger wollten ihn irgendeiner Straftat überführen, was aber nicht klappte, da der Angeklagte sich mehr und mehr in Zahlenangaben und Ereignissen verwirrte, was bei einem dreiundneunzigjährigen auch nicht weiter verwunderlich ist.

Nach Absolvierung von etwa Zweidritteln des Interviews kam der Herr Polizeieinsatzleiter mit einem großen Tross von Polizisten, um mich an das Redeverbot zu erinnern. Da ich dies nicht beachtet hätte, bekäme ich jetzt eine Strafanzeige und müsse sofort in Begleitung von zwei Polizisten das Gelände verlassen. Ich legte zwar Einspruch ein, welches den Einsatzleiter jedoch nicht störte, und da ich gerne nach Hause wollte, ließ ich mich nach Verabschiedung von dem Fernsehteam des NDR, von den jungen Polizisten zu meinem Auto geleiten.

Vorgestern – 2008 – wurde die von mir herausgegebene Zeitung „Stimme des Gewissens“ verboten,
Gestern wurde mir ein Redeverbot auf der Straße erteilt.
Morgen oder übermorgen werde ich dann wahrscheinlich selber verboten.
Und das Ganze nennt sich Demokratie, zu deren wichtigster Grundlage die Meinungs- und Pressefreiheit gehört.

An die Freunde und Mitdenker

Nicht nur in Europa, sondern inzwischen auch in der ganzen Welt.
Bitte verstehen Sie, daß ich alleinstehend und ohne großes Büro und Management nicht weiß, wie ich Ihnen allen für Ihren Zuspruch und freundschaftlicher Ermutigung mit Wünschen für meine Gesundheit danken kann. Ich tue das jetzt auf diesem Wege. Das Echo ist wirklich überwältigend und ermutigend. Vielleicht ist es tatsächlich in diesem Jahr zu schaffen, den Paragraphen 130 Strafgesetzbuch zu Fall zu bringen und damit den Holocaust und schließlich auch einen Dritten Weltkrieg, der wie die vorherigen immer von den gleichen Mächten ausgeht.

Danken möchte ich aber vor allem den Wegbereitern in Europa und Übersee, den Forschern, Publizisten und Verlegern, die unbeirrt und unter Inkaufnahme von Schriftverboten, von Prozessen und Gewalttätigkeiten, bis hin zur Existenz- und Familienzerstörung, uns Gegenwärtigen das Material zur Verfügung gestellt haben, das uns die Sicherheit gibt, heute die größte und nachhaltigste Lüge der Geschichte zu entlarven.

Unter diesen Wegbereitern sind auch eine ganze Reihe Juden, verfolgt und geächtet von ihren Glaubensgenossen – wie ich von christlichen Pfarrern. Das zieht sich hin bis zu dem diesjährigen Gröningprozeß.

Eine Auschwitzerlebende – sie wehrte sich, Überlebende zu sein – , die etwa als zehnjähriges Kind nach Auschwitz gebrachte Eva T. Kor, nahm an der Gesprächsrunde von Günter Jauch am Sonntag, dem 26. April, teil. Sie war die einzige, die von der Sinnlosigkeit solcher Gesprächsrunden, in denen fortwährend alte Wunden aufgerissen würden überzeugt war, es käme dem entgegen darauf an, daß Opfer und Täter miteinander sprächen – und sie hätten das längst tun sollen – in diesem Sinne hätte sie Gröning die Hand gegeben und von Vergebung gesprochen. Doch seitdem gilt Eva T. Kor bei den anderen jüdischen Überlebenden, Nebenklägern und Angehörigen von Holocaustüberlebenden als Verräterin, welche ausgegrenzt und beschimpft wird.

Auch über Gröning wird von allen Seiten der Stab gebrochen. Man kann sein Schicksal aber auch ganz anders darstellen: Ein junger Mann, der noch Geschichtskenntnisse besitzt, und weiß, wer Weltkrieg II dem deutschen Volk aufgezwungen hat – es gibt schließlich genügend jüdische Kriegserklärungen – meldet sich freiwillig zur Waffen-SS. Er wird mit 22 Jahren abkommandiert nach Auschwitz und, da er gelernter Bankkaufmann ist, wird ihm die Verwaltung der Gelder übertragen. Er tut dies pflichtbewußt und korrekt.

Nach dem Sieg über Deutschland wird er als ehemaliger Wachmann in Auschwitz verfolgt und angeklagt. Gleichzeitig unterliegt er der Umerziehung und Manipulation wie alle Deutschen ab Kriegsende. Nicht nur die Mehrzahl der Deutschen glaubt, was Sie dadurch erfahren hat, es könnte durchaus sein, daß auch Gröning das glaubt, und deswegen bestimmte Aussagen schon in den achtziger Jahren machte. In diesem Prozeß wurde er mangels Beweisen freigesprochen, bzw. das Verfahren eingestellt.

Er lebte ein ganz normales Leben mit seiner Familie und Kindern und fiel nicht weiter auf, bis der Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm von der „Zentralstelle zur Verfolgung von Naziverbrechen“ ihn aufspürte und als hilfreiches Opfer zur Widerlegung der Kommandanturbefehle meinte in einem neuen Prozeß einsetzen zu können.

Auf diesem Hintergrund hat keiner der Holocaustgläubigen oder diesen aus Angst vor dem Paragraphen 130 totschweigenden Deutschen ein Recht, ihm einen Vorwurf zu machen.

„Wer ohne Schuld, werfe den ersten Stein.“

Ursula Haverbeck