Appell an die deutsche Jugend (Video)

Ursula Haverbeck (*1928) spricht zur Jugend!

Buch: Das jüdische Jahrhundert von Yuri Slezkine (ISBN 9783525362907)

»Die Rolle, die Juden seit Kriegsende im politischen Prozeß der Vereinigten Staaten spielen, ist – verglichen mit allen anderen nichtjüdischen politischen Gemeinwesen – historisch gesehen einzigartig in der Welt.« – A.a.O. S. 350

»In einer Welt ohne Gott sind das Böse und das Opfersein die einzigen Absoluta. Der Aufstieg des Holocaust zu einem transzendentalem Begriff führte dazu, daß die Juden zum auserwählten Volk unseres neuen Zeitalters wurden.« – A.a.O. S. 351

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Aufgenommen am 17. Mai 2014 in Pulheim, im Anschluss folgte ihr Zeitzeugenvortrag: http://bit.ly/UswhS9

 


Appell an die deutsche Jugend von UrsulaHaverbeck

Die 68er und die Vernichtung der deutschen Nuklearindustrie

584284_medium_original_R_B_by_zwiboe_pixelio.deNun beginnt die Kritik an der Atomenergie nicht erst um das Jahr 1970, sondern 1957, als der Arzt Dr. med. habil. Bodo Mannstein seinen „Kampfbund gegen Atomschäden aus militärischer und ziviler Nutzung“ gründete. Damals gab es weder die sogenannten 68er noch die Grünen. Aber es gab die unendlich vielen oberirdischen Atombombenversuche. Diese bedeuteten bereits damals ein großes Gefährdungspotential im Hinblick auf die Anreicherung von Radionukliden in Lebensmitteln, z.B. in Kuh- und Muttermilch. Es waren keine „irregeleiteten Idealisten“, die diesen Kampfbund förderten und dann zum Ostermarsch ausbauten, sondern es waren unter Beteiligung sehr vieler Atomphysiker, Ärzten und Ökologen verantwortungsbewußte Menschen, die hier eine Gefährdung der Menschheit erkannten.

Ich weise nur hin auf die Nobelpreisträger Max Born, Max Planck, Werner Heisenberg, George Wald und Hannes Alvèn neben vielen anderen, wie Professor Ernest J. Sternglass, Professor Erich Huster und Professor Thürkauf. Diese alle können wir doch nicht als unwissende und unkritische irregeleitete Idealisten abtun. Rückblickend läßt sich feststellen, daß in der Atomdiskussion nahezu Entsprechendes zu der Holocaust-Diskussion erfolgte. Wer eine andere, als die politisch erlaubte und erwünschte Beurteilung der Atomenergie veröffentlichte, galt als nicht ernst zu nehmender Ignorant und Technikfeind. Allerdings gab es keinen § 130, der Hinterfragen unter Strafe stellte. Professor Schulien erklärt in einem Aufsatz, die Mafia der geistig zu kurz gekommenen, die seit den 80er Jahren insgeheim die Fäden der Politik zu ziehen begann, ist technik- und industriefeindlich. Das ist eine nicht hinzunehmende Abqualifizierung dieser geistigen Vordenker und Mitbegründer der Atomenergietechnik. Es wird weiter behauptet, diese Linken und Grünen hätten den Auftrag gehabt, die deutsche technische Leistungshöhe und damit den wachsenden Wohlstand Deutschlands zu vernichten.

Es wird nirgendwo, auch gegenwärtig nicht in der erneut aufgebrochenen Auseinandersetzung, darauf hingewiesen, oder auch nur dem Gedanken eine Beachtung geschenkt, daß unter Umständen genau diese Tendenz zur Zerstörung der deutschen Wirtschaftskraft dadurch erfolgte, daß man uns zwang, unsere Kohlebergwerke absaufen zu lassen – die US-Kohle sei wesentlich billiger – daß man uns weiter die Leichtwasserreaktoren aufnötigte, womit, wie damals bereits in den Prozessen erkennbar wurde, eine Schwachstelle und verwundbarer Punkt Deutschlands geschaffen wurde. Außerdem wird in all diesen Ausführungen die jetzt wieder aufgenommen werden, der Risikofaktor Mensch ausgeklammert. Es heißt: Es kann, es könnte, es sollte das und das alles gemacht werden. Nur muß zugegeben werden, wie bereits in Tschernobyl ersichtlich und jetzt in Fukushima erneut wiederholt, daß eben dieser Mensch manches nicht macht, was er machen könnte, machen müßte, um einen GAU zu verhindern.

Eine weitere Frage, die vollkommen ausgeklammert wird, ist die Frage nach dem Wirtschaftssystem und des sinnvollen Einsatzes dieser riesigen Mengen von Energie. Das kapitalistische Wirtschaftssystem sagt eindeutig, daß es primär um die Gewinnmaximierung und erst sekundär um die Produktion geht. Und diese Produktion ist zu einem sehr großen Prozentsatz völlig überflüssig und lediglich Rohstoff- und Energievergeudung, deren Ergebnisse nichts mehr mit der Lebensqualität zu tun haben. Der Natur schaden sie eher.

Es geht nicht ohne ein ganzheitliches Denken in dieser Frage. Es muß untersucht werden, wozu wir eigentlich so viel Energie einsetzen? Man denke nur an die Weltraumfahrt und an die riesigen Ausgaben für die Rüstung, diese dient doch ganz eindeutig der Zerstörung und Vernichtung von Rohstoffen. Die alte Devise aus den 70er Jahren „Umdenken – Umschwenken“ gilt immer noch und ist aktueller denn je.

Ursula Haverbeck

Bildquelle: zwiboe  / pixelio.de

Errare humanum est! (Irren ist menschlich)

AtomkraftwerkDaß ein GAU (größter anzunehmender Unfall) bei Nutzung von Atomenergie aus Kernspaltung nicht völlig auszuschließen ist, das wissen alle Betreiber, alle Politiker und auch die noch selbständig denkenden Bürger. Der unvollkommene Mensch – der zwar berechtigt ist, vom Gott in sich zu sprechen -, ist eben nicht Gott in seiner Vollkommenheit, sondern dem Irrtum unterworfen. Das ist der Preis der Freiheit. Also: Ein GAU ist nicht zu vermeiden.

Was wir nicht wissen, ist, wann er eintreten wird. Nun ist er ausgerechnet in dem Land, das als erstes in der Welt die furchtbaren Auswirkungen einer Atomexplosion bei dem Atombombeneinsatz durch die Amerikaner erleiden mußte – noch nach Ende des Zweiten Weltkrieges – eingetreten.

Alle Horrorszenarien, die von der AAK-Bewegung (Anti-Atom-Kraft) in den sechziger Jahren ausgemalt wurden, um vor diesem Weg zu warnen, werden in dem dicht besiedelten Land Japan nun offenbar übertroffen. Diese Warnungen gibt es in der Bundesrepublik bereits seit am 23. Dezember 1959 das Atomkraftgesetz verabschiedet und in Artikel 74 unter 11a aufgenommen wurde in das Grundgesetz.

Auch in diesem Atomgesetz wurde bereits zugegeben, daß damit ein Restrisiko in Kauf genommen würde. Eine Befragung der Bürger, welche das in jedem Fall auszubaden haben, ob sie dem zustimmen würden, fand nicht statt. Die Vorbereitungen für dieses Gesetz und diese Politik war natürlich schon länger bekannt. So trat bereits seit 1957 eine informierte Bürgerbewegung hiergegen an und organisierte bundesweit Vorträge über die mit dieser neuen Energie verbundenen Risiken. Das Fazit war das oben genannte: „Errare humanum est“, das verbleibende Restrisiko ist zu groß.

Jetzt fragen sich die verunsicherten Politiker in der BRD, die erst vor einem halben Jahr den Schalmeienklängen der Betreiber-Seite erlegen waren, und welche die Verlängerung der Laufzeit per Gesetz festgelegt hatten, was sie aus diesem japanischen Desaster lernen könnten. Da fällt ihnen als erstes ein, daß man nun nicht in Panik geraten dürfe, schließlich gäbe es in der Bundesrepublik weder vergleichbare Erdbeben noch einen Tsunami. Doch das sind nicht die einzigen Ursachen für eine solche Katastrophe.

Auch in Japan begann nach Informationen aus japanischen Zeitungen, wie sie uns ein ehemaliger Mitarbeiter des Goethe-Instituts in Tokio übersetzt hat, die Katastrophe mit dem durch das Erdbeben verursachten Ausfall der Elektrizität und damit die Computersteuerung. Dann folgte die überhohe Tsunamiwelle, die in das System hineinschwappte und weitere Ausfälle verursachte. Die Kühlung wurde unterbrochen, die Überhitzung, die schließlich zur Kernschmelze führt, nahm ihren Lauf.

Nun sind auch unsere Atomkraftwerke computergesteuert in unendlich vielen Bereichen. Auch in der Bundesrepublik gibt es z.B. im Winter den Ausfall von Elektrizität in ganzen Regionen und für mehrere Tage. Noch waren wir in der Lage, bei solchen gefährdeten Anlagen eine Überbrückung herzustellen, doch auch das kann zusammenbrechen.

Hinzu kommt auch noch das bisher immer noch ungelöste Atommüllproblem.
Es sei hier nur erinnert an das Milliardengrab Asse II und III, sowie auch das immer noch nicht endgültig erforschte Gorleben. Jetzt soll erst einmal durch ein Moratorium, die aber inzwischen gesetzlich gestattete, Laufzeitverlängerung der Atomreaktoren – auch der sehr alten – ausgesetzt werden. Es müsse eine neue grundsätzliche Sicherheitsüberprüfung erfolgen.

Mit einmal scheint der Absturz eines Passagierflugzeuges über einem Atomkraftwerk ein ganz neues Sicherheitsrisiko darzustellen. Die Bürgerbewegung hat allerdings seit Beginn dieser Politik darauf als Möglichkeit hingewiesen.

In den sechziger und siebziger Jahren wurde sie von den großen Parteien und zwar CDU und SPD gleichermaßen heftig bekämpft mit dem Slogan „Die wollen zurück in die Steinzeit“.

Das galt damals auch für den biologischen Landbau. Die Grünen wurden ab 1980 zur Partei. Doch sehr bald zeigte es sich, daß sie links unterwandert, ja, usurpiert worden waren. Sie demonstrierten zwar immer noch gegen Atomkraftwerke in Kapitalistenhand, hielten aber kommunistische Atomkraftwerke vielfach für sicher. Dieser linke Zug verstärkte sich mehr und mehr und führte dazu, daß schon nach wenigen Jahren die deutschbewußten und wertkonservativen Gründer einer Umweltpartei ausgebootet worden waren.

Jetzt ist die Grüne Partei zwar immer noch gegen die Atomkraftwerke aber zugleich auch gegen eine deutsche Politik. Die SPD, zunächst gegen die ökologische Politik, hat diese jetzt ebenfalls in ihr Programm aufgenommen und ist ebenfalls weiterhin antideutsch. Beide verbünden sich mit Chaoten und Antifa gegen die sogenannten Rechten. Das heißt, sie dulden keine wirkliche Opposition, die sich für deutsche Politik einsetzt.

Was wir brauchen, ist eine ökologisch fundierte Politik, die bewußt deutsche Politik machen will. Das Geschehen in Japan erfüllt die seit langem mit dieser Problematik befaßten Bürger mit Grauen. Es wird die Schädigungen von Tschernobyl um ein Vielfaches übersteigen. Dieses Tschernobyl ist aber nicht die einzige Atomkatastrophe, die bisher über die Nutzer dieser risikoreichen Energiegewinnung hereingebrochen ist. Was muß eigentlich noch alles passieren, damit der Mensch von seiner Hybris und seinem Größenwahn wieder zurückkehrt auf den Boden der irdischen und menschlichen Wirklichkeit?

Nach den Verantwortlichen für diesen Irrweg braucht nicht lange gesucht zu werden, es sind die hörigen Politiker der alt-etablierten Parteien CDU/CSU, SPD und FDP, sowie die vom kapitalistischen Zinsgeldsystem abhängigen und getriebenen Manager der Großkonzerne.

Abschließend sei die Frage erlaubt, ob wir Deutsche wirklich um 1970 herum, nachdem die schlimmsten Schäden des Krieges beseitigt worden waren, ein unglückliches, von Armut und Elend gepeinigtes Volk waren ohne Atomenergie und ohne Asylantenströme und ausländische Arbeiter? Nein, wir hatten einen Butterberg, einen Juliusturm (Geld ohne Schulden) und Vollbeschäftigung.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten dem japanischen Volk. Vielleicht können wir Atomkraftkritiker seit 40 Jahren uns besonders gut vorstellen, was für Ängste die Menschen jetzt in Japan peinigen. Wir bitten und hoffen mit ihnen, daß das Schlimmste doch noch vermieden werden kann und nicht auch noch die Region Tokio evakuiert werden muß. Wohin?

Ursula Haverbeck

Bildquelle: Klaus Brüheim  / pixelio.de

Sanfte Energie im Überfluß – Die „Kleinkraftwerke“

Unbenannt-1Die Entscheidung über den Ausstieg aus der Atomenergie oder deren Beibehaltung hängt wesentlich ab von zwei Faktoren:
Von unserem Menschenbild und dem Stellenwert, den wir der Wirtschaft im Volksganzen geben. Wer dient wem? Die Bezeichnung „Bedienungsanleitung“, die wir Apparaten beifügen, statt Nutzungsanleitung, ist verräterisch.

In der Energiediskussion, die sich mit immer größeren „Blockleistungen“ aus Werken von 1200 Megawatt befaßt, ist die Vielzahl der immer noch gut funktionierenden Kleinkraftwerke völlig in Vergessenheit geraten. Nicht einmal eine anständige Abkürzung hat man ihnen gelassen, seitdem die Atomkraftwerke (AKW’s) zu Kernkraftwerken (KKW’s) umbenannt wurden. KlKrW klingt wirklich schlecht.

Diese Kleinproduzenten erzeugen eine permanente Wärme von 36,5 Grad, bei geringer Wärmeisolierung und gleichgültig ob Außentemperaturen von minus 50° oder von plus 30° herrschen. Die Erzeugte Energie reicht aus, um 60 bis 100 Kilogramm Gewicht mit 5-10 Stundenkilometern fortzubewegen oder 10-100 Kilogramm zu heben und zu tragen. Im Gegensatz zu der lächerlich kurzen Lebensdauer von 20-30 Jahren bei Atomreaktoren haben diese Kleinkraftwerke heute in der Bundesrepublik eine durchschnittliche Lebenserwartung von 70 Jahren. Unvergleichlich sind sie aber in ihrer Eigen-Reproduktion, eine Fähigkeit, die jedem anderen Kraftwerk bisher fehlt.

Außerdem sind diese Zwerge in der Energieproduktion gewissermaßen „Allesbrenner“ und was für sie selber gilt, gilt auch für ihre Brennstoffe, sie sind nicht auf die knappen endlichen, sondern auf die fortpflanzungsfähigen angewiesen. Wir haben inzwischen 4 Milliarden solcher Kleinenergieproduzenten auf der Erde. Sie haben neben den vielen genannten Vorzügen nur einen Fehler:
sie können denken, und sie richten seit etwa 100 Jahren dies Denken vor allem darauf, wie sie ihre eigene leichthandhabbare Energie durch Fremdenergie ersetzen können, für deren Brennstoffbeschaffung sie inzwischen die ganze Erde und nun auch die Meere durchwühlen ohne Rücksicht auf Verluste.

Selbst eine radioaktive Vergiftung sind sie bereit, für diesen „Einsatz“ in Kauf zu nehmen. Es ist schade, daß das in sich so Vollkommene so unvollkommen wird, wo es beginnt, eigenständig zu denken. ( „Stimme des Gewissens“, März 1982)
Im Jahre 2011 können wir hinzufügen:
In der Bundesrepublik haben wir zur Zeit etwa 3 Millionen stillgelegte Kleinkraftwerke, eine Reserve, die im Zusammenhang mit dem Atomausstieg bisher nicht mit einbezogen wurde. Das wäre sicher sinnvoll, wenn wir von dezentraler Energieversorgung sprechen. Nicht nur stillgelegte Großkraftwerke wie Atomreaktoren kosten pro Tag oder Jahr eine Unsumme, das gilt genau so für 3 Millionen stillgelegter Kleinkraftwerke. Man spricht dann von Arbeitslosen oder unverständlicherweise von Hartzvierempfängern.

Ursula Haverbeck

(erschienen in der Stimme des Reiches Mai-Juni 2011)